Daheim

Es war unglaublich, hatte Seltenheitswert. Die Flüge in Swanetien haben allem bisher im Kaukasus Erlebten die Krone aufgesetzt. Als ich nach dem Dreiecksflug in Mestia lande, gibt es noch ein großes Wiedersehen: Lasha und seine Freunde haben den Weg hierher ebenfalls geschafft. Man trifft sich in einem der Dorfwirtshäuser, auch Werner und Robert stoßen dazu. Gemeinsam genießen wir die Lebensfreude sowie regionale Spezialitäten Georgiens …

Tags darauf gilt es nach Tiflis zurück zu fahren: Acht Stunden Autofahrt sollen vor uns liegen – mich verfolgen nachträglich die unglaublichen Eindrücke der vergangenen Tage …

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Vor den höchsten Bergen des Kaukasus

Für Lasha scheint es selbstverständlich, sich auf uns einzustellen, uns ins Auto zu packen und einen riesigen Freundschaftsdienst zu erweisen. Als wir ankommen gibt es noch ein Bier im Hostel, bevor wir zum gemeinsamen Abschiedsessen aufbrechen: Lasha (rechts hinten im Bild) zeigt sich selig. Für seine Streckenflugerlebnisse der vergangenen Tage scheinen wir der Stein des Anstoßes gewesen zu sein. Unsere Sportart ist in diesem Land derartig neu, dass eigentlich nichts selbstverständlich ist. In der georgischen Fliegergemeinde hat man offenbar keinerlei Vorstellung, was mit diesen Geräten mittlerweile möglich ist: Zu einem Streckenflug durch Swanetien aufzubrechen – die meisten haben das bisher wohl für unmöglich gehalten …

Ein letztes Mal die Spezialitäten der georgischen Küche genießen

Lasha spricht einen Toast nach dem anderen: Wein- und glückselig folgt der Abtausch gegenseitiger Komplimente, welche die Abschiedsfeier in Tiflis bis spät in die Nacht bestimmen …

Natürlich ist der nächste Morgen am Flughafen von gewisser Schwere geprägt, allerdings schwingt wohl auch in jedem die selbe Vorfreude mit: endlich heimkommen!

 

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Kaiserwetter beim Heimflug: Eindrucksvoll zeigt sich uns der Kaukasus nochmals in voller Schönheit und lässt die Flugroute der vergangenen Tage Revue passieren

 

Am Horizont eine einzelne Wolke? Nein, es ist der gigantische Elbrus, der alles überragt und in den Schatten stellt!

Als die Maschiene in Wien landet, kann ich spürbar aufatmen: Ich bin angekommen.

Wir sind alle heil, haben unglaubliches erlebt. Der Kaukasus, die schwierige Wettersituation, Mentalitätsunterschiede sowie verfahrene politische Situationen … die Kombination aus allem war eine extreme Herausforderung. Von Tag zu Tag galt es sich neu zu erfinden, Problemlösungen zu suchen und dabei trotzdem die Schönheit der Begegnungen wahrzunehmen, auf sich wirken zu lassen und wertzuschätzen.

Spätestens jetzt,  als ich mit Robert in Attnang (Oberösterreich) aus dem Zug steige, werden sie mir vollumfänglich bewusst: die Strapazen der letzten Wochen. Bleierne Müdigkeit legt sich über mich – als ich im Stamm-Kaffeehaus in Kirchdorf ankomme, senkt sich immer wieder ein silberner Schleier über die Augenlieder: Der Zustand ist beinahe trance-artig und ich ruhe in mir selbst …

… endlich daheim!

 

 

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