Swanetien

Worin genau liegt die Erfüllung des Traums, wo das Ende meiner Reise?

Ich wollte den Kaukasus durchqueren, gemeinsam mit meinen Freunden. An der georgischen Heerstraße angekommen ist allerdings erstmal Schluss. Die nächsten 60 km westlich dieser gewaltigen Berge sind Sperrgebiet: Südossetien. Die Entscheidung mit Lascha nach Tiflis zu fahren war also nicht nur wetterabhängig, vielmehr eine politische …

Am Samstag ist die Stimmung etwas gedämpft. Einerseits natürlich auf Grund nächtlicher Aktivitäten, andererseits ist beim ein oder anderen unserer kleinen Reisegruppe die Luft spürbar raus – verständlich.

Landschaften: auf dem Weg nach Swanetien

Was mich betrifft: Seit den ersten Schritten in Baku hat sich die Vorstellung manifestiert, durchzuziehen … will heißen, dass man das Ganze auf der Westseite Südossetiens fortsetzt, um auch in den Genuss der vielzitierten, einzigartigen Landschaft Swanetiens zu kommen.

Ein halbschariger Wetterbericht sowie fehlende Geländekenntniss sollten es mir obendrein schwer machen, meine Mitstreiter für weitere Strapazen zu motivieren … Niemand würde sagen können, ob das ganze überhaupt zu irgendetwas führt.

Letztlich gab es Zeichen und einen Lasha, der sich von der Idee begeistert zeigt, mit uns gemeinsam nach Niederswanetien zu fahren – auch Werner ist mittlerweile in Stimmung …

Sonntag, sechs Uhr morgens: Lasha holt uns mit seinem monströsen Allrad am Hostel ab. Mit an Bord noch zwei weitere Freunde Lashas – gemeinsam sind wir darauf gespannt Neues zu entdecken. In das Tal hinter Oni, an der Südossetischen Grenze, hat sich höchstwahrscheinlich noch niemand der einheimischen Piloten verirrt …

AlpineQuest gibt den Weg vor und wir finden tatsächlich eine Piste, die der wilde Georgier bis zum Startplatz prügelt – noch nie haben mich fliegerische Turbulenzen derartig gebeutelt, wie es diese Fahrt vermocht hat!

Zwar sind wir spät dran – es ist bereits fast 15 Uhr als wir starten, denn Lasha musste noch mittagessen – doch das Gelände sowie die Thermik erweisen sich als Volltreffer: mit 4-6 m/s integriertem Steigen schießt es mich vom Start weg auf knapp 4000 m.

Das einzige Programm dieses Tages: Sightseeing. Die Gletscher entlang der russischen Grenze ziehen magisch an, wir bügeln entlang der höchsten Ketten bis an die Südossetische Grenze und setzen dort den Wendepunkt, wo man uns wohl schon deutlich im Visier haben muss: ein auffälliger Wachposten, mitten im Hochgebirge …

Die überwältigende Gletscherlandschaft Swanetiens beginnt!

Schnurstracks soll es nun gen Westen weitergehen …

Bereits hier zeichnet sich im Norden ein Wetterphänomen ab: die Föhnmauer.

Die nächste halbe Stunde wird unlustig: Der Nordwind nimmt extrem zu, Werner und Robert haben nach massivem Höhenverlust zu tun, sich irgendwie wieder empor zu kämpfen – doch es soll gelingen. Am Pass Richtung Westen blockert der Nord immer heftiger, wir machen ein perfektes Platteau zum Biwak aus und landen ein – höchste Zeit!

Keine Stunde später windet es heftig: der Föhn bahnt sich seinen Weg! Wir gönnen uns noch eine kleine Mahlzeit und verziehen uns ins Zelt – es ist bitter kalt. Wie kalt tatsächlich soll der nächste Morgen zeigen: Die Zeltwände sind angefroren!

Siehe Flug unter:

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1043423

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht unter Allgemein. Lesezeichen für Permalink hinzufügen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s