Wind!

Eine herrliche Nacht auf 3000 m, Biwakzauber! Feuer, Sterne, Einsamkeit – Zeit zu sich zu finden oder bei sich zu sein … wir haben den Modus gestreift der mir eigentlich im Sinn ist.

Der nächste Morgen empfängt uns vielversprechend …

Robert und ich machen uns auf zum Morgenspaziergang: Der gleichbleibenden Höhenlinie folgend, gehen wir einige Kilometer ostwärts, um im nächstgelegenen Bach die Wasservorräte aufzufüllen. Zurück am Lager gilt es keine Zeit zu verlieren, denn die Ostflanken cumulieren bereits kräftig, zahlreiche Adler und Geier machen klar, dass der Thermikofen bereits eingeheizt ist. Wenig später geht es dann dahin … Ein satter Startbart saugt uns direkt auf 3500.

Schon jetzt ist klar, dass heute deutlich Wind im Spiel ist – unterstützend aus Südost. An der Basis angekommen reiten wir den Grat, immer hart entlang der Grenzlinie zu Russland. Was anfangs noch unterstützend gewesen sein soll, wird zusehends sportlicher: der Höhenwind macht sich zusehends aus Südwest bemerkbar, gerade wenn man tief kommt, biegt es uns die Kisten ordentlich her. Als es gegen den Talschluss mit seinem markanten, 4492 m hohen Tebulosmta geht, steigt auch die Basis an. Deutlich sprengt es uns jetzt auf über 4000, plötzlich stehen 25-30 km/h Wind auf die Nase.

Unentschlossen stehen wir im Wind, guter Rat ist teuer. Den zu bewältigenden 3500 m hohen Pass fliegerisch zu nehmen – unmöglich. Letztlich ergreift Robert die Initiative, bohrt vollgas ins „laminare“ Lee und wir bomben am Talschluss auf ca.3100 m ein.

Kurze Verschnaufpause, ein Schluck Wasser – schon starten wir erneut, um in einem flotten Spurt die ausstehenden 400 hm auf den Grat zurückzulegen.

Blick zurück nach Osten

Westwärts, das was vor uns liegt

Oben angekommen zeigt sich das Gelände als relativ unstartbar – will man seinen Schirm nicht ruinieren …

Es gilt nun noch lediglich ein paar Meter abzusteigen, wir erreichen ein kleines Plateau und sind erneut „bodenlos“. Zwar schiebt der Südwest immer noch deutlich auf die erklommene Westflanke, allerdings sind – trotz der perfekten Uhrzeit (16.00) – jegliche Thermikansätze verblassen.

Kurzer Abstieg

Start-Platteau

Irgendwie gelingt es trotzdem. Wir mogeln uns durch trickreiche Bedingungen und können uns schließlich, mit Flotten 60 Sachen, das Tal nach Nordwesten rausschieben lassen. Am „Bermudadreieck, direkt vor der Russischen Grenze, wo unser Seitenarm ins Haupttal mündet, steht die Konvergenz. Es geht nochmals auf knapp 3000 und wir schneiden über den Grat ins Haupttal – uns zu Füßen die Mittelaltersiedlung Shatili: erneut eine turbulent trickreiche Landung im Talwind, inmitten des historischen Zentrums.

Die georgische „Borderpolice“ ist es , die mich wenige Minuten später nach dem Ausweis kontrolliert – man möchte auf Nummer Sicher gehen, was oder wen man sich da eingefangen hat. Die Besitzerin des ortsansässigen Guesthouse übersetzt, beruhigt uns und wenig später sind wir auch noch in den Historischen Gemäuern der Burganlage einquartiert.

Unterkunft in historischen Gemäuern

Ein reichhaltiges Abendessen, samt Rotwein und Chacha, lassen uns die überwältigenden Erlebnisse verarbeiten und selig ins Reich der Träume entschlummern …

Flüge:

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1039793

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1039807

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