Freud und Leid

… liegen in unserem Sport oft sehr nahe beieinander. Am Montag morgen müssen wir Roland verabschieden. Er leidet seit Tagen an einem Magen-Darm-Infekt der übelsten Sorte. In Kombination mit einem lädierten Fuß und den Nachwirkungen einer schweren Lungenentzündung hat er für sich beschlossen, die Reise hier zu beenden. Auch für mich fühlt sich das als herber Rückschlag an, denn Roland ist ein sehr guter Freund, der die Gruppe ungemein bereichert und aufgewertet hat. Wir wünschen ihm gute Besserung und hoffen das Beste … trotzdem muss es weiter gehen.

Nachdem wir Tags zuvor auf Robert Blum und Andi Egger gestoßen sind, die ja ebenfalls seit geraumer Zeit im Kaukasus unterwegs sind, verbringen wir den letzten „Gammeltag“ gemeinsam, vertreiben uns die Zeit mit Parawaiting, einem Abgleiter und anschließend fulminantem Abendessen.

Stundenlang: Parawaiting und Fachsimpeln

Eine neue Kombination: Wir treffen die Allgäuer Robert Blum und Andi Egger

Transport zum Abendessen: Georgien zeigt sich überall durch und durch hilfsbereit

Ein wenig Sentimentalität schwingt bei den abendlichen Chacha-Runden mit, in Anbetracht der Tatsache, wie sehr uns dieser einzigartige Sport eint. Gerade deshalb, und in er Hoffnung auf Flugwetter, sollen wir es morgen alle gemeinsam versuchen, ein paar Meter gut zu machen.

Die Basishöhe, gegenüber den umliegenden Bergen, ist fast schon unterirdisch , doch dass es thermisch geht – keine Frage …

Nach einer spritzigen Wanderung und flotten 400 hm soll uns noch ein Pickup unterstützen. Als wir jedoch auf 2100 hm ankommen, haben wir die Basis quasi schon überschritten … Ein abenteuerlicher Start durch Wolkenflusen geht daher, die Sicht gegen null – maximal erahnen können wir das Tal.

Ich steche aus der Wolkenuntergrenze und erkenne das Malleur: ein extrem langes Tal, durch und durch bewaldet, Gegenwind. Ohne Thermik wir es eng werden … Es gelingt ein paar Heber zu zentrieren und über Grat nach Westen zu wischen – aufatmen! Ab hier wird es übersichtlicher …

Trotzdem: Diese anfängliche Herausforderung ist nur ein Vorgeschmack dessen, was uns heute den ganzen Tag begleiten soll: extrem niedrige Basis, teilweise enorm viel Wind, begleitet von zumeist unlandbaren Tälern. Wald, wohin das Auge reicht!

Aufgrund niedrigster Basis: Spannende Linien durch die vorgelagerten Hügel des Kaukasus

Nach nahezu fünf Stunden ist der zähe Kampf beendet, wir haben es geschafft zu dritt zusammen zu bleiben und genießen den Sonnenuntergang: Melancholie schwingt mit. Werner darf seinen fliegerischen Einstand genießen, Roland bucht den Flug in die Heimat.

Freud und leid einer durchwachsenen Reise.

Siehe Flug:

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1037533

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