Biwak – Fliegen???

Der Tag mit „Dshamilja“ war geprägt durch Ruhe und Einkehr. Auch der darauffolgende Morgen kündigt sich feuchtlabil an, die Thermik würde wie zu erwarten stumpf. Wo sind eigentlich die Greifvögel?

Seit meiner Ankunft habe ich keinen gesehen … Ein verdächtiges Zeichen!

Die ca. 1000 hm sind heute recht flott bewältigt, ich finde – fast schon wider Erwarten – einen perfekten Startplatz vor … Mein Gedanke: Würde es in dem anschließenden Monstertal Richtung Norden überhaupt eine Landemöglichkeit geben? Erst Mal starten, dann schauen, notfalls zurück ins Hochtal. Die Nordroute ist klar vorgegeben: Richtung Süden bedeutet Grenze und Gefahr …

Ich warte lange, doch die Verhältnisse verschlechtern sich zusehends: In der Luft nutze ich jeden Höhenmeter, um Strecke zu machen. Foto: Es gibt leider keines. Es ist schweine turbulent und der massive Talwind reicht auf weit über 2000 Meter … Das gesamte Gebiet ist nahezu unlandbar: Wald soweit das Auge reicht. Einige Meter geht’s ganz okay dahin, bis mich ein großflächiges Lee aus 2200 hm unsanft runterspült … In Talmitte: 30 km/h Wind. Bei der Landung auf einer Kieszunge des Flussbetts geht’s zur Sache: Es biegen sich die Balken!

Die Ausrüstung ist verstaut und ich wate durch den Strom. Jetzt ein Fehler – er wäre fatal! Nach einer dreiviertel Stunde Fußmarsch erreiche ich ein Camp, mitten im Nirgendwo. Alexej ist es der meint: Komm Philipp, essen! Sehe ich bereits wirklich so ausgezehrt aus? Speck, Sardinen, Brot und Suppe … Tatsächlich muss ich die letzten Tage ungefähr drei Kilo verloren haben … Meine Vorräte sind fast am Ende und in großer Dankbarkeit verharre ich in russischer Gastfreundschaft: Das Ende der Welt: Es schweißt zusammen!

Ich habe nun Russland pur – hier im nichts steht ein Banja: Sie Russen bestehen darauf gemeinsam saunieren zu gehen …

Nächster morgen: Viel Konversation hat diese Nacht mit sich gebracht, sicherlich auch politische … Russland: Es ist geteilt. Wer liegt richtig, wer falsch? Ich gebe einzig den Zuhörer, wage kein Urteil zu fällen!

Man verabschiedet mich mit Kaffee und den besten Wünschen und ich steuere nach Psebaj, der Zivilisation entgegen: Vorräte, warmes Essen und Ruhe. Nach 20 km Fußmarsch geht der Pfad in eine Forststraße über, wenig später kreuzt ein Lada meinen Weg …

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