Transpyr-2015: tag 8

Ein Hunni aus Castejon

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Ausblick beim Frühstück

Kaum waren wir im Fliegermekka der Pyrenäen angekommen, war Petrus offenbar wieder auf unserer Seite. Zwar war nach wie vor eine mehr oder weniger kräftige Westströmung angesagt, jedoch ließ es die zu erwartende Thermik zu, erstmals einen größeren Sprung zu planen. De facto hieß das, dass heute der erste Hunderter ausgeschrieben würde. Zwar war klar, dass das unser Feld höchstwahrscheinlich auseinander reißen würde, allerdings war es nach einer Woche lauter kürzerer Tasks fast schon unabdingbar, nun eine größere Distanz anzugehen, um hinten raus nicht in zeitliche Bredouille zu gelangen.

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Trocknen und Sortieren am Start in Castejon

Am Start angekommen war es beschlossene Sache. Ziel heute würde „Bellver de Cerdegna“ sein, ca.100km Ost-Süd-östlich. Nachdem der Pulk anfangs noch mit den etwas kniffligen, winddurchsetzten Bedingungen zu kämpfen hatte, ging es dann doch recht zielstrebig entlang der Hauptridge gen Osten.

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Gute Basis, eindeutige Ridge

Nach der ersten großen Talquerung, etwa 50km ab Start, konnten Boxi, Werner und ich wieder in den Aufwind einsteigen. Die mittlerweile stark verblasene Thermik stellte uns nun vor die Herausforderung des Tages. Boxi gelang es sich nach geraumer Zeit abzusetzen und ward nicht mehr gesehen. Wie er mir später genauer ausführte, musste seine Linienführung ab dieser Stelle äußerst abenteuerlich gewesen sein…………Für Werner und mich war Bastelstunde angesagt. Absaufgefahr bestand zwar keine, jedoch zog’s auch zum Verzweifeln einfach nicht durch!

Nach etwa einer viertel Stunde gesellte sich noch ein weiterer Schirm zu uns. Während Werner und der „Fremde“ einen Kilometer südlich ihr Glück versuchten, suchte ich mein Glück in einem völlig undefinierten Leebart. Beide Unterfangen sollten von Erfolg gekrönt sein. Ungefähr 5km weiter kreutzten sich unsere Wege wieder, beim Einfliegen in ein äußerst winddurchsetztes Hochtal.

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Man sieht: Mal wieder viel Wind

Obwohl deutlich tiefer dort angekommen, bügelte ich mit kräftigem Rückenwind im Konturenflug über den Bergrücken und der Plan ging vorrübergehend auf: Starker Talwind aus Ost stand gegen den kräftigen Höhenwind aus Südwest…..Konvergenz……ein paar Meter Höhe machen!

Obenraus waren die Bärte wie zu erwarten sehr verblasen und alle drei grundelten wir an der, das Tal nordseitig begrenzenden, Ridge. In nächster Nähe zu einer Hochspannungsleitung konnte ich schließlich den rettenden Bart ausgraben und den Flügel auf den Stabi gestellt, hatte ich zügig aufspiralt! Werner und sein Wingman hatten da weniger Glück.

Als die beiden nach einer viertel Stunde immer noch am kämpfen waren, nutzte ich die Gunst der Stunde und machte mich alleine vom Acker. Fehlentscheidung!

Vor uns lag die Stadt „La SeuD’Urgell“, wo sich ein N-S und ein ausladendes O-W-Tal kreuzten. Da mir die westlich ausgerichteten Querrippen, südlich von La Seu, perfekt von Talwind und Sonne angestrahlt schienen und sich zudem schon wieder leichte Orientierungslosigkeit in mir ausbreitete, beschloss ich zu der vor mir liegenden 10km-Talquerung, in direkter Linie über die Stadt, anzusetzen. Diesmal sollte das Glück nicht auf meiner Seite sein. Die völlig vom Talwind überfluteten West-Rippen führten bestenfalls ins Nirvana. Nach weiteren 10km, die ich mit bis zu 70 Sachen ostwärts dahin bügelte, stand ich am Boden.

Allerdings war nach einem Blick auf die App klar, dass ich genau an der Bundesstraße Richtung Bellver zum Stehen gekommen war und mich maximal 20km, entlang der Straße, zum Ziel trennen konnten. Zwei Tramps und eine halbe Stunde später erreichte ich das Tagesziel.

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Alltag nach der Ankunft: Waschen und Trocknen

Dort angekommen hatte ich, bereits nach wenigen Minuten, Boxi vorm nächstgelegenen Hotel ausgemacht und in kürzester Zeit trudelte auch großteils der Rest der Gruppe ein.

Und einmal mehr sollte ein großer Plan aufgehen…………..

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