transpyr-2015: tag 7

Ainsa-Castejon

Der für den kommenden Tag angekündigte Dauerregen war Grund genug, einmal Pause zu machen.

Zwar waren wir erst sechs Tage unterwegs, doch schon jetzt fühlte es sich an, als seien es mindestens zwei Wochen. Kurzerhand beschloss man, diesen Regentag im mittelalterlichen Ainsa zu verbringen, welches ca.30km südlich lag. Ainsa bot allen genug Raum, die etwaigen Wunden zu lecken und zu regenerieren, bevor es Tags darauf, bei strahlendem Sonnenschein weiter ging. Mit bester Laune machten wir uns gen der östlich gelegenen Berge auf. Robert und ich konnten die vor uns liegenden 10km Landstraße recht schnell durch eine Mitfahrgelegenheit abkürzen und obendrein, auf Anraten der Einheimischen, den perfekten Startplatz am nächstgelegenen Berg ausmachen.

Ein kurzer Informationsaustausch per SMS, und schon trudelte nach und nach der Rest der Gruppe ein. Auf Grund der Wassermassen, die hier in den vergangenen zwei Tagen runter gespült wurden, war heute auch definitiv keine Eile angesagt, da durch das „Rausheizen“ der Restfeuchte das Vorland in riesige Abschattungen gehüllt lag.

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Start bei 8/8tel

Heute galt es „Castejon de Sos“ zu erreichen, wo unsere Nachhut aus Deutschland, vertreten durch Blaimi und Christin, eintreffen sollte. Jedoch vergingen Stunden des Wartens und nach wie vor waren alle über uns gelegenen Gipfel, beziehungsweise die gesamte Bergkette, noch tief in Wolken gehüllt. Ich hätte weiß Gott nicht viel darauf wetten wollen, dass heute fliegerisch noch „viel gehen“ würde.

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Ab und an ein bisschen Einstrahlung

Zudem war es nach der endlosen Warterei mittlerweile auch schon fast 16Uhr geworden. Egal, Boxi, Robert und ich machten uns startklar.

Vergesse nie, dass das Glas immer halb voll ist!

Trotz der 8/8tel Bewölkung gab es bei diesem Flug nur einen Weg: Den nach oben. In zartestem Steigen schraubten wir nach und nach der Basis entgegen, die Meter um Meter anhob. Als es endlich ein kleines Stück über den Grat hinaus ging und wir zu dritt schon fast in den gräulichen Wassersäcken verschwanden, packten wir die Gelegenheit beim Schopfe, sprangen über die Ridge und bohrten ins nördlich gelegene Nachbartal hinein. Auch hier konnten wir uns im schwächlichen Steigen vorarbeiten und erreichten schließlich, an der nächsten Rippe, die Basis eines schön ausgeprägten Cumulanten. Von hier an ging es dann ca.8km nach Nord-Osten zur letzten quergelegenen Bergkette vor Castejon.

Etwa auf der Hälfte des Berges angekommen, konnten Boxi und ich in den nächsten Bart einsteigen. Mit eineinhalb Metern ging es gemütlich nach oben und da wir offenbar eh den Führungspulk darstellten, gönnten wir uns eine Toplandung. Zu zweit am Berg und über den zurückgelegten Flug resümierend, galt es wieder einen wunderschönen Moment auf dieser Reise zu verbuchen.

Wenig später starteten wir erneut, drehten ein Stück über den Grat auf und glitten entspannt in das nördlich gelegene Tal von Castejon de Sos, dem fliegerischen Herzen der Pyrrenäen, ab. Es galt nun nur noch auf den unteren Startplatz drauf zu halten, der, mittlerweile perfekt vom Talwind angestrahlt, den heutigen Toplandeplatz darstellen sollte. Noch waren wir alleine.

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Toplandung in Castejon

Boxi hatte wohl schon aus der Luft, mit unvergleichlichem Spürsinn, die hinterm Startplatz gelegene Kneipe ausgemacht, in der er sofort einen kleinen Vorrat an Bier und eine Flasche Wein organisierte. Zurück am Landeplatz, machten sich mittlerweile viele einheimische Piloten zum abendlichen Soaring startklar und nach und nach kam auch der Rest der Mannschaft angeflattert. Fast alle sollten an diesem Tag das Ziel fliegerisch erreichen und irgendwann schwebten schließlich auch noch Blaimi und Christin, unsere Neuankömmlinge, ein.

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Welcomeparty hinterm Landeplatz

Es gab einmal mehr eine zünftige Willkommensparty, inklusive eines leckeren 3-Gänge-Menüs, gefolgt von einer wildromantischen Übernachtung am Startplatz bei Vollmond.

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Übernachtung in Castejon am unteren Start

Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert!“ Jedoch war das reibungslose Funktionieren all dieser „Pläne“ der vergangenen Tage fast schon unheimlich, ja sogar gespenstisch!

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