transpyr-2015: tag 3

Immer wieder W&F

Der nächste Tag empfing uns grau und wolkenverhangen. Von Saint Jean P.d.P führte uns eine Landstraße in ein südöstlich ausgerichtetes, dünnbesiedeltes Tal. Zunächst galt es, den 12km entfernten Talschluss, mit dem sich anschließenden Pass zu erreichen.

5.1.2

Müde Gestalten am Talschluss

Mit elf Leuten zu trampen….das dürfte wohl schwierig werden!

DCIM101GOPRO

Freundliche Camper helfen uns weiter

In kleinteiligen Gruppen, oder als Einzelkämpfer, erreichten schließlich doch alle den „Arthaburu“ mit seinen 1156m, wo wir zunächst in verlassenen Schafsstallungen die letzten Regenschauer abwarten konnten.

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Das einzig motivierende für diesen Tag dürfte wohl der spanische Bierpreis gewesen sein, der uns erwarten sollte, falls es über die hohen, südlich gelegenen Berge drüber gehen sollte.

Ein ständig um uns kreisender Heli sorgte, in Zusammenhang mit Roberts rotblinkendem Spot, noch kurzzeitig für Irritation. Als das Blinken jedoch auf die leeren Batterien zurückgeführt werden konnte und der Heli sich auch allmählich aus dem Staub machte, gab es kein Halten mehr.

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Start an der Passstraße

Etwa eine Stunde nach den letzten Schauern waren Boxi und ich in der Luft, der Rest blieb noch zögerlich. Trotz der Nässe war es überaus labil und wir konnten butterweich in die Wolke über dem Start reinschrauben. Wirklich hoch gings allerdings nicht raus und Boxi, der die deutlich bessere Linie flog, verschwand hinter der nächsten Querrippe. Ich konnte nach der Talquerung am Gegenhang einlanden und nach 10min Fußmarsch, mit dem Schirm über der Schulter, erneut nach Osten rausstarten. Gleiches Procedere: Aufdrehen, Talquerung, einlanden im Gegenhang und wieder die letzten Höhenmeter zum nächsten Grat rauflaufen.

Die Basis sank unwillkürlich und es machte mehr und mehr dicht. Meine Laune besserte sich jedoch erheblich, als ich, oben am Grat angekommen, erneut auf eine Passstraße stieß. Ein Blick auf meine App machte schnell klar, dass „Larrau,“ ursprünglich das Etappenziel des Vortags, am Fuß des Pic Orhi, auf diesem Wege recht leicht zu erreichen sein dürfte. Wenige Minuten später räumte mir eine englische Familie den Beifahrersitz im Auto frei, ich wurde mit Wasser, Kaffee, Pain Chocolate und jeder Menge Kekse versorgt und etwa 20min später stand ich in Larrau an der Abzweigung Richtung Pic Orhi, bzw. zur Passstraße nach Spanien. Es war mittlerweile nach 19Uhr und Autoverkehr Fehlanzeige. Nach Kontaktaufnahme mit Roland in Bamberg, der die GPS-Positionen für mich konntroliert hatte, war klar: Das gesamte Feld bewegte sich hinter mir und an eine gemeinsame Ankunft in Spanien war heute nicht mehr zu denken.

Als sich gerade etwas Einsamkeit in mir breit machen wollte, bremste aprupt ein Auto, Türen schlugen und mein Teampartner Boxi stand vor mir. „Jawolll ja!!!“

Eine viertel Stunde später hatte Boxi auch schon einen guten Vorrat an Cerveca organisiert und vergeblich, dafür gut gelaunt, warteten wir auf einen Lift nach Spanien. Dieser war uns zwar am heutigen Tage nicht mehr vergönnt, wohl aber ein Paar Sandwiches, Rotwein und tiefgreifend philosophische Lebensbetrachtungen bis spät in die Nacht.

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