transpyr-2015: tag 1

Sturm und Gewitter

Saint Jean empfing mich mit schwüler Hitze, welche sich nachts in Starkregen und Gewitter entlud. Den Auftakt hatte ich mir anders vorgestellt! Als ich jedoch morgens aus dem Zelt kroch, durfte ich zu meiner Freude feststellen, dass meine anfänglichen Bedenken bezüglich dieses „Etwas an Stoff“ überflüssig waren. Feuertaufe bestanden, alles trocken, alles dicht!

Mit diesem Erfolg, zwei Pain Chocolate und einem Milchkaffee gestärkt, erhielt ich Boxis Anruf:Wir sitzen im Taxi nach Saint Jean!“ Mit großem Hallo trafen wir uns bei Starkwind an der Steilküste.

1.1

Boxi nutzte die Gelegenheit, sich nochmal ordentlich durchlüften zu lassen und dann ging es auch schon los in Richtung Larhun, eine 900m hohe Erhebung, ca.10km von der Küste, welche unseren Startberg darstellen sollte.

Das erste Abenteuer ließ auch nicht lange auf sich warten und kam in Form einer Autobahn daher. Während sich der Großteil der Gruppe auf die Suche nach einem geeigneteten Transit begab, setzten Boxi und ich zum ersten Shortcut an. Kurzerhand wurde die Autobahn an Ort und Stelle zu Fuß überquert. Die sich anschließende Landstraße führte direkt nach Osten auf den Larhun zu und bereits hier durften wir erstmals baskische Gastfreundschaft genießen: Ein Geländewagen brachte uns zum Ausgangspunkt des Wanderwegs. Nachdem wir uns erfolgreich durch jede Menge Dornen und Gehölz gearbeitet hatten, standen wir eineinhalb Stunden später am Start.

Es war wohl gegen 16 Uhr und bei einem Blick auf die Karte musste ich feststellen, dass bis zum vereinbarten Tagesziel Erratzu noch gut 25 Kilometer Luftlinie vor uns lagen. Nach und nach setzte sich auch das Rückseitenwetter durch und es bildeten sich einzelne Cumuli heraus.

Ob Thermik oder Wassersäcke; egal, als die die ersten Geier vor uns aufdrehten, fiel der Startschuss.

IMG_3584(1)

Mühsam konnte man überhöhen, jedoch hatte sich das W&F-Prinzip bei mir noch nicht so ganz manifestiert. Demnach wäre es wohl am geschicktesten gewesen, mit meiner Überhöhung unterhalb des Grat‘ einzulanden, 100 hm bis zum Gipfel rauf zu gehen und nach Osten ins Lee raus zu starten. Während Boxi am Start wieder einlandete um bessere Bedingungen abzuwarten, entschied ich mich die Ridge nach Norden abzugleiten, um mich auf der Straße per Anhalter durch zu schlagen. Nach einer abendlichen Passüberquerung, mit drei mehr als abenteuerlichen Basken, die unterwegs zur Fiesta nach Spanien waren und für die die Überschreitung der Promillgrenze, bzw. der Konsum von THC beim Fahren wohl eher als Kavalliersdelikt zu sehen war, erreichte ich in der Abendsonne Erratzu.

Vor der urigen Dorfkneipe, einer Mischung aus Pils-Pub und Tante-Emma-Laden, wartete ich bei eisgekühltem St.Miguel die Ankunft meiner Mitstreiter ab. In unserer reservierten Unterkunft wurde bei leckeren drei Gängen und säuerlichem Rotwein ein großes Wiedersehen gefeiert. Die letzten kamen ja schließlich auch schon gegen halb zwölf an…….

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