Link ins Georgische Hochland

Wir sind dann Mal raus! Wann es wieder Netz gibt, keine Ahnung …

Hier könnt ihr uns wie gewohnt verfolgen:

https://tripshare.selfip.org/tripview/show?trip=78ba54af-6c18-4abd-ba80-8b3c587de67a&track=all

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Ratlos

Wir schreiben Dienstag, den 14.08.2017:

Gestern gingen sich, trotz schwierigster Umstände, gute 70 km aus und wir konnten Pshaveli erreichen, der Ort an dem sich das Tal gen Norden und Abanopass zieht, welcher mit knapp 3000 hm herausfordert. Dahinter im Norden, jenseits des Tracker-Orts Omalo, würden die 4000er auf uns warten …

Pshaveli soll für uns zum Ort der Entscheidung werden. Nach einer Zeltnacht im Garten des ortsansässigen Jeep-Tours-Unternehmen, herrscht auch am nächsten Morgen noch absolute Konfusion. Der Tag heute lässt wahrscheinlich weniger als gestern erwarten – bei diesen Bedingungen in die hohen Berge reinzufliegen wäre unsinnig -, der Mittwoch nochmals weniger, sogar etwas regnerisch. Donnerstag und Freitag hingegen scheinen verheißungsvoll …

Was bleibt zu tun?

Die Kette der Bergausläufer, auf der wir die letzen 150 km unterwegs gewesen sind, verliert sich spätestens hier, gen Westen gesehen, im Nirvana: Flache Hügel und undurchdringlicher Wald. Als uns morgens um sechs der Fahrer des Allrad-Shuttles aufnehmen will, sind wir uns absolut uneinig, checken alle Wetterberichte. Robert und ich sind drauf und dran, die absolute Planänderung einzuläuten: 50 km südlich erstreckt sich eine weitere Kette, die in direkter Linie nach Tiflis führt.

Das würde bedeuten, die komplette Geschichte nordöstlich von Tiflis, einschließlich der Gegend um den Kasbek (5033m), bleiben zu lassen. Ich werfe noch kurz ein, dann doch gleich weiter nach Svanetien, in den Westen Georgiens zu reisen. Werners Kommentar: „OK, jetzt wird’s konfus!“ Eine eindeutige Entscheidung zu treffen – sie ist uns auf Grund der Wetterlage sowie der Geländestruktur enorm schwer gemacht.

Pickup-Ladeflächen: Mittlerweile ein probates Vortbewegungsmittel

Wir entscheiden uns für das Naheliegenste, lassen uns ein paar Meter das Tal reinfahren und versuchen die nächste Kette zu erklimmen. Schon nach wenigen Metern ist klar: Dieser Weg führt nach Nirgendwo, sich verzweigende Bäche und Dschungel!

Wir kehren um, laufen zurück zur Straße. Dann doch die Entscheidung: Trampen bis zum Abanopass. Leichter gesagt als getan, der Verkehr ist spärlich, die grobe Piste zumeist nur von Turi-Jeep-Unternehmen befahren. Mahad ist es zu verdanken, dass wir dann doch ein paar Kilometer weiter kommen. Auf der Ladefläche des Pickups fahren wir mit ihm und seinen Arbeitern zur Baustelle, tief im Tal.

Frühstück am Bau!

Man versorgt uns herzlich mit Butterbroten und Instantkaffee, lässt uns am gemeinschaftlichen Frühstück teilhaben und nötigt uns zum scheinbar obligatorischen Chacha. Wer das Schnapsritual auslässt, wir in diesem Land Schwierigkeiten haben: Gemeinschaftliches trinken öffnet Tür und Tor!

Wenig später ist es dann ausgemacht: Einer der Bauarbeiter fährt und auf den Abanopass: Eine spektakuläre Piste lasst uns beinahe 1800 hm uberwinden, stets am Rande des Abgrunds. Auf nahezu 2500 m schneiden wir durch die Wolken und lassen uns überwältigen, von der grandiosen Morgenstimmung …

Abanopass Richtung süden

Am Abanopass muss es schnell gehen – von Süden türmt sich bereits die Weiße Wand. Wir erklimmen noch 150 hm zu Fuß, starten sobald die Sicht frei ist und queren schleunigst das Tal Richtung Nord-Westen, auf die Kette Richtung Omalo.

Direkt nach der Querung heißt es einladen, Robert wartet bereits. Erneuter Start, mühsames Soaring – Werner und Robert erwische es besser und queren hoch zur nächsten Querrippe gen Norden. Ich lande ein, bin ratlos und fliege schließlich tief, ebenfalls zur nächsten Rippe …

Werner und Robert soll ich erst am Abend Wiedersehen. Den Kompletten Nachmittag verbringe ich mit weiteren Hanglandungen, kombiniert mit kraftraubenden Anstiegen, entlang steil aufregender Grate. Es gilt hoch zu bleiben, das langgezogene Tal Richtung Omalo – zum einlanden läd es nicht wirklich ein …

Start auf 3000 m

Einlanden, laufen!

Von knapp 3000 m setze ich zum vermeintlich finalen Abgleiter an, acht Kilometer liegen vor mir, samt Talquerung auf die zu erreichende Hochebene des Tracking-Orts auf 1700 m … es langt nicht ich stehe im Talwind und lande schließlich westseitig an einer Alm ein. Erneut eine halbe Stunde Fußmarsch auf gleichbleibender Höhe und das erreichen der nächsten Siedlung. An der Waldgrenze oberhalb wähne ich einen geeigneten Start, um über das Tal nach Omalo abgleiten zu können, das gesamte Dorf befindet sich in Aufruhr und den mir angebotenen Kaffee – ich darf ihn keinesfalls ausschlagen.

Letzter Start: Querung nach Omalo

Herzliche Verabschiedung folgt, man geleitet mich zum Start und es kommt wie es kommen muss: Zunächst turbulenter Start in biestigem Talwind, aufmetern in sonderbaren Luftmassen und eine Talquerung gegen 25 km/h Wind. Es blockert voll aus Ost, Omalo kann ich dank ausreichender Höhe gerade so ereichen.

Hochebene von Omalo

Was es noch zu sagen gibt?

Wir finden uns wenig später wieder, genießen ein vorzügliches Abendessen und kommen zu später Stunde noch in den Genuss eines hervorragenden Livekonzerts, welches an Radiohead erinnern will.

So sieht also das Ende der Welt aus.

Flüge hier:

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1038148

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1038146

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1038147

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1038158https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1038158

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1038145

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Freud und Leid

… liegen in unserem Sport oft sehr nahe beieinander. Am Montag morgen müssen wir Roland verabschieden. Er leidet seit Tagen an einem Magen-Darm-Infekt der übelsten Sorte. In Kombination mit einem lädierten Fuß und den Nachwirkungen einer schweren Lungenentzündung hat er für sich beschlossen, die Reise hier zu beenden. Auch für mich fühlt sich das als herber Rückschlag an, denn Roland ist ein sehr guter Freund, der die Gruppe ungemein bereichert und aufgewertet hat. Wir wünschen ihm gute Besserung und hoffen das Beste … trotzdem muss es weiter gehen.

Nachdem wir Tags zuvor auf Robert Blum und Andi Egger gestoßen sind, die ja ebenfalls seit geraumer Zeit im Kaukasus unterwegs sind, verbringen wir den letzten „Gammeltag“ gemeinsam, vertreiben uns die Zeit mit Parawaiting, einem Abgleiter und anschließend fulminantem Abendessen.

Stundenlang: Parawaiting und Fachsimpeln

Eine neue Kombination: Wir treffen die Allgäuer Robert Blum und Andi Egger

Transport zum Abendessen: Georgien zeigt sich überall durch und durch hilfsbereit

Ein wenig Sentimentalität schwingt bei den abendlichen Chacha-Runden mit, in Anbetracht der Tatsache, wie sehr uns dieser einzigartige Sport eint. Gerade deshalb, und in er Hoffnung auf Flugwetter, sollen wir es morgen alle gemeinsam versuchen, ein paar Meter gut zu machen.

Die Basishöhe, gegenüber den umliegenden Bergen, ist fast schon unterirdisch , doch dass es thermisch geht – keine Frage …

Nach einer spritzigen Wanderung und flotten 400 hm soll uns noch ein Pickup unterstützen. Als wir jedoch auf 2100 hm ankommen, haben wir die Basis quasi schon überschritten … Ein abenteuerlicher Start durch Wolkenflusen geht daher, die Sicht gegen null – maximal erahnen können wir das Tal.

Ich steche aus der Wolkenuntergrenze und erkenne das Malleur: ein extrem langes Tal, durch und durch bewaldet, Gegenwind. Ohne Thermik wir es eng werden … Es gelingt ein paar Heber zu zentrieren und über Grat nach Westen zu wischen – aufatmen! Ab hier wird es übersichtlicher …

Trotzdem: Diese anfängliche Herausforderung ist nur ein Vorgeschmack dessen, was uns heute den ganzen Tag begleiten soll: extrem niedrige Basis, teilweise enorm viel Wind, begleitet von zumeist unlandbaren Tälern. Wald, wohin das Auge reicht!

Aufgrund niedrigster Basis: Spannende Linien durch die vorgelagerten Hügel des Kaukasus

Nach nahezu fünf Stunden ist der zähe Kampf beendet, wir haben es geschafft zu dritt zusammen zu bleiben und genießen den Sonnenuntergang: Melancholie schwingt mit. Werner darf seinen fliegerischen Einstand genießen, Roland bucht den Flug in die Heimat.

Freud und leid einer durchwachsenen Reise.

Siehe Flug:

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1037533

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Pläne

Ein guter Flug braucht Planung.

Bevor wir soweit kommen, sind wir jedoch relativ planlos, denn die Nacht sowie der komplette Morgen, nach unserem Überraschungsflug, ist geprägt von Gewittern und Starkregen.

Planlos durchstreifen wir den aserbaidschanische Grenzort Balakan. Es ist enorm schwül, immer wieder durchsetzt von Schauern, und die Hoffnung auf einen letzten Abgleiter zur Grenze schwindet. Nach Kaffee und Cola im Zentrum, blitzt uns zwischen den Wolkentürmen plötzlich der vermeintliche Start entgegen – es gibt kein Halten. Eineinhalb Stunden sollen wir nun Brombeergesträuch durchpflügen, als sich nach ca. 400 hm erneut die Regenwand ankündigt und wir klein beigeben: Abstieg!

Zurück in Balakan: Robert hat sich zuvor im örtlichen Bazar perfekt ausgerüßtet.

Am Wegrand eine nette Begegnung: Layla sieht drei mitleiderregend durchnässte Gestalten und bittet uns kurzerhand zum Kaffee. Sie spricht fließend Englisch, erzählt uns vom Studium in Baku und ist sichtlich erfreut, Besuch von „außerhalb“ zu empfangen. Unser Plausch gestaltet sich kurzweilig – trotzdem gilt es weiter zu ziehen: Werner wartet bereits in Lagodekhi, die georgische Stadt direkt jenseits der Grenze …

Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen …

Kurzzeitig nochmals Aufruhr und erhöhter Pulsschlag: Der aserbaidschanische Grenzbeamte zeigt sich ebenfalls planlos, fordert unsererseits georgische Visa und verweigert uns zunächst die Einreise. Von Schengen hat er bisher nichts gehört. Eine Viertelstunde später dann der erlösende Anruf: Man hat sich mit den Georgiern – 100 m weiter – verständigt und entlässt uns mit Händeschütteln in die Freiheit …

Herzliche Umarmung an der Grenze: Werner empfängt uns mit Gastgeber Larry, der uns direkt an den reich gedeckten Tisch chauffiert. Larrys Frau Marina zaubert vorzüglich in der Küche, während wir im Taumel der Wiedersehensfreude schwelgen.

Nächster Tag: Technik-Workshop! Gemeinsam erkunden wir die Möglichkeiten der Garmin Inreach-Geräte

Hightech zur Navigation und Verständigung via Satellit. Zu viert zusammen zu bleiben könnte in den hohen Bergen zur Herausforderung werden!

Der anhaltende, teils wasserfallartige Dauerregen soll uns einen kompletten Tag grounden und wir nützen die Zeit bestens, unter Werners Schirmherrschaft einen ausführlichen Plan auszuarbeiten.

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Unerwartet!

Nach der morgendlichen Wiedervereinigung in Shäki, ist es Zeit erneut durchzustarten.

Lasha aus Tiflis hat uns diesen Spot wärmstens empfohlen, samt ausführlicher Wegbeschreibung. Im nördlich gelegenen Taleinschnitt stoßen wir auf das angekündigte Luxushotel – offenbar ein Ort der „Sommerfrische“, für die russisch-aserbaidschanische Oberschicht. Mädels im Designerkleidchen, Jungs in weißer Hose und Polohemd: Man packt sie, in perfekter Selfie-Position, auf die Ladeflächen extremer Allrad-Pickups und steuert auf gröbsten Forstwegen 1000 hm im die Gipfelregion.

Die Sammelstation passierend springt uns einer der Manager hinterher, mit dem dezenten Hinweis: “ You May Not enter this Gate … “ Es handle sich um ein Sperrgebiet und habe irgendetwas mit der russischen Grenze zu tun … Gleitschirmfliegen sei zudem unerwünscht. Hää? Lasha hatte uns hier doch DEN Flugspot versprochen!?

Offenbar haben sich die Zeiten geändert. Natürlich machen wir trotzdem los und wischen unbemerkt durch das Tor. Was nun folgen soll, gleicht dem Räuber-und-Gendarm-Spiel: Fünf bis sechs Mal verlassen wir fluchtartig die Forststraße, durch Brombeerhecken in den steil abfallenden Wald hechtend. Bei jedem Motorengeräusch geht der Puls auf 200. Zudem ist es wohl unserer Bequemlichkeit geschuldet, dass dieser Trip nach einer knappen Stunde beinahe jäh beendet wird: Wir wollen mit einem der Trucks trampen. Der Fahrer entdeckt uns, bleibt abrupt stehen, die Mädels auf der Ladefläche halten das ganze via Selfiecam für die Ewigkeit fest: Man soll uns gehörig zur Sau machen, es folgt ein Telefonat mit der Talstation und die eindeutige Ansage, sofort umzukehren!

Wir halten kurz Kriegsrat, warten bis sich der Pickup entfernt hat und setzen den Weg nach oben natürlich fort. Jetzt abzusteigen und noch auf einen anderen Berg zu gehen – es wäre letztlich ein verlorener Flugtag, der mittlerweile, anbetracht des Wolkenbildes, ohnehin schon maximal auf einen Abgleiter hoffen lässt.

Noch mehrfach flüchten wir in den Wald, Roland verletzt sich zu allem Überfluss auch noch am Fuß, und eine halbe Stunde später erreichen wir sanfte Almwiesen, bewacht von Schäfer Aram.

Aram zeigen wir Bilder und Videos von dem, was wir hier vorhaben: Er ist begeistert. Zwar fehlen uns noch 500hm zum eigentlichen Start, allerdings haben wir hier Sichtschutz zur Straße und es geht ohnehin nur noch darum, irgendwie ins Tal zu kommen.

Soviel Anspannung vorm Start war selten: Wird man uns erwischen?

Erstmal in der Luft gleiten wir raus gen Südosten, um immerhin ein paar Meter machen zu können. An der südlichsten, letzten Kette angekommen, ist es dann soweit: Es reißt ein wenig auf … das Vario schlägt an …

… und wir beißen. Mit 20-30 km/h Ostwind im Rücken und zunehmender Labilisierung – es muss was gehen!

Was sich nun entwickelt, wird zum unerwarteten Traum: Ein sportlicher Ritt durch Hügelausläufer und Flachland-Thermik der uns nochmal ordentlich Meter machen lässt …

Geschafft, müde Krieger!

Ein großes Geschenk, Prost!

Siehe Flug:

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1035173

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Bam – ein Hunni!

Nachtzug nach Baku, weit entfernt von den romantischen Anleihen, welche uns einschlägige Romane und Filme vermitteln wollen … Baku Zentrum verlassen wir via Taxi. Der Ex-Fußball-Profi am Steuer ist ein netter Kerl und bringt uns direkt nach Pirgolu, ca. 100km westlich am Beginn der Berge, wo wir tatsächlich eine Startmöglichkeit neben der Straße finden …

… Doch es bleibt lediglich ein Versuch: halbe Stunde Soaring, zwei gewonnene Kilometer – naja immerhin … heute waren wir einfach zu spät dran!

Wir sind heiß, es kribbelt und wir wollen fliegen. Die Berglandschaft ist schon von der Ferne extrem beeindruckend.

Swarovski-Lodge

Die Nacht dürfen wir netterweise in einer monströsen, neu angelegten, noch im Bau befindlichen Lodge verbringen. Der Geldgeber hierfür ist die Familie Swarovski, deren Hirschgehege wir mit den Gleitschirmen geentert haben … Anstatt uns zu verhaften, hat man uns aufs herzlichste bewirtet und sogar für den nächsten Tag ein geeignetes Transportmittel organisiert …

Auf der abenteuerlichen Fahrt, entlang einer groben Piste durchs Flussbett, bleibt uns nichts erspart. Besonders betörend: die ständigen Abgase des Ladas in der Fahrgastzelle…

Zauberhafte Einsamkeit

Kühl-Wasser nachfüllen und Lüfter gangbar machen: Es wird steil!

Irgendwann ist jedoch Schluss und wir setzen die Reise durchs Nirvana zu Fuß fort: Ein steppenähnliches Hochtal, das rundum große Einsamkeit bereithält …

Wenig nach dieser netten Begegnung, wird Robert nervös: Die dichte Schichtbewölkung reißt nach und nach auf, es wird thermisch und wir nehmen den nächstgelegenen Grat zur rechten. Steil bergan geht es, ca. 500 hm …

… und wir erreichen den Start: Ab hier bleibt es nur noch zu hoffen, denn es wirkt Recht stabil, eine saubere Südflanke – Fehlanzeige, der Höhenunterschied zum Talgrund gering. Relativ unsicher starten wir gegen 12.30 Uhr: Was sich nun entwickeln soll, gleicht einem Traum. Ein Traum für den Worte nicht genug sind – es ist Zeit Bilder sprechen zu lassen:

Landeplätze: oftmals Fehlanzeige!

Das schroffe, scharfkantige Gelände ist extrem respekteinflösend. Während des gesamten Flugs ist 100% Konzentration gefragt!

Ein langer Flugtag neigt sich dem Ende, doch es soll noch einige Kilometer durchs Flache gehen. Tagesziel: Sheki

Als wir am Boden stehen ist es Gewissheit: Wir haben ordentlich Meter gemacht …

https://www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1034825

Leider haben wir uns auf den letzten Metern etwas zerstreut. Roland und ich trampen die letzten Kilometer bis Sheki, wo wir morgen einen guten Start wähnen. Robert übernachtet an Ort und Stelle und soll gleich nachkommen.

Zeit fürs Frühstück und dann ab auf den Berg!

Und er ist da …

Ihr hört von uns und seht uns:

https://my.protegear.net/tripview/show?trip=1110e74d-b516-47ba-8782-cbd5cc477dd7&track=all&info=all

Oder:

https://tripshare.selfip.org/tripview/show?trip=78ba54af-6c18-4abd-ba80-8b3c587de67a&track=all

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Link nach Aserbaidschan

Es ist soweit, ihr könnt uns durch Aserbaidschan folgen:

https://tripshare.selfip.org/tripview/show?trip=78ba54af-6c18-4abd-ba80-8b3c587de67a&track=all

Leider sind wir noch nicht alle auf einer Seite verlinkt. Daher nochmal der Link zu meinem Tripview:

https://my.protegear.net/tripview/show?trip=1110e74d-b516-47ba-8782-cbd5cc477dd7&track=all&info=all

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Durch die Nacht – Teil 2

Es geht darum aufzustehen. Niederschläge kommen, Jammern hilft nicht. Die Situation ist, wie sie ist. Der eigentlich Leidtragende dabei: Werner – von seinem Gepäck/Gleitschirm fehlt nach wie vor jede Spur.

Nachdem die erste Resignation beim Abendessen bekämpft worden ist, beginnen wir weitere Pläne zu schmieden: Wir werden am Dienstag zu dritt aufbrechen, Roland, Robert und meine Wenigkeit.

Werner soll auf den Schirm warten und bei Gelegenheit nachreisen. Wir haben noch ein bisschen Zeit, alles ist möglich!

Am nächsten Tag zeigen wir uns als Vorzeigetouristen und umwandern Tbilisi …

Das alles möglich ist, zeigt der nächste Tag: Gegen Mittag kommt die erlösende Nachricht – der Schirm ist gefunden, gegenwärtig in Moskau!

Werner wird Lasha treffen, mit ihm in Gudauri fliegen. Wir hingegen reisen erneut durch die Nacht und erreichen gerade, 12 Stunden später, Baku.

Alles ist offen, alles ist möglich …

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Fliegen und weitere Katastrophen

Mikho holt mich am Hotel ab, ich habe ausgeschlafen – in Summe 12 h.

Der liebenswürdige Kerl, den ich an einem Grillabend in meiner oberfränkischen Heimat kennenlernen durfte, kümmert sich rührend und gibt sich größte Mühe, mir seine Heimatstadt Tiflis näher zu bringen.

Nach einer Rundtour durch Tiflis‘ zauberhafte Altstadt, geht es mit Mikhos Frau und Freunden zum Abendessen. Abendessen? Es gleicht eher einem stilvollen Gelage, begleitet von allen kulinarischen Highlights, sowie traditionellem Gesang.

Viel Kaffee ist nötig, um am nächsten Morgen wieder in den Flugmodus zu gelangen: Mikho fährt mich zu einem fliegerischen Geheimtipp – Rustauri, eine Soaringkante, welche die Dune de Pilat jederzeit in den Schatten stellen kann. Am Startplatz angekommen – es ballert! Gott sei Dank …

Drei kleine Schritte und dann … sechs bis acht Kilometer Geradeausflug.

Glücklich lande ich nach einer ausgiebigen Runde neben der Schnellstraße und erwische relativ zügig einen Lift nach Tiflis. Es ist Zeit Robert und Moni wieder zu treffen: Gemütliches Abendessen und Pläneschmieden ist angesagt – wir wollen uns nach Baku aufmachen, das Pferd von der anderen Seite aufzäumen.

Der nächste Morgen beginnt entspannt und wir organisieren Nachtzugtickets.

Roland und Werner werden gegen 16.30 Uhr am Flughafen eintrudeln – es kann endlich losgehen. Wir wollen durchstarten, der Zeitplan steht: 20.30 Uhr, Tiflis Hauptbahnhof …

Soll es nicht sein?

Dann der Anruf: Werners Gleitschirm ist auf der Reise verloren gegangen, der Flughafen hat keine Ahnung um den Verbleib.

Fahre ich heim? Ich habe keine Lust mehr, die Stimmung ist am Nullpunkt angelangt.

Zwei Stunden später trudeln die Freunde hier ein – trotz allem ein freudiges Wiedersehen.

Wie wird es weiter gehen? Der Nachtzug nach Baku ist gecancelt.

Meine Moral – sie liegt am Boden …

Gute Nacht.

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Bodenlos

14 Stunden! Sieben davon eingeklemmt auf der Rückbank eines Ladas. Aufrecht sitzen – mit 1,97 m ein Ding der Unmöglichkeit. Vermutlich sind diese Fahrzeuge eher für die Größe der „Staatslenker“ gebaut. Der oberste Vorsteher Russlands soll ja gerademal ungefähr 1,50 m auf den Zeiger bringen …

Gegen 5 Uhr morgens erreichen wir Wladikawkas. Die Polizeikontrollen haben sich vortgesetzt: Wir sind mittlerweile bei Nr.5 angekommen. Tatsächlich sollen wir relativ ungeschoren davonkommen, was vermutlich einzig der Tatsache, dass Roman beim russischen Militär arbeitet (stationiert in Abachasien), geschuldet ist. Normalerweise kostet das hier Geld. „Auch wenn du dir nichts zu Schulden gekommen lassen hast: Sie werden immer etwas finden.“

Nachdem wir unsere beiden Begleiter in einem Vorort abgesetzt haben, meint Roman, er müsse eine halbe Stunde schlafen … einfach nur zu verständlich. Danach geht es tatsächlich bis kurz vor die Grenze: In einer wilden Fahrt, die teilweise von Rallyniveau zeugt, heizt Roman links und rechts der Straße an der kilometerlangen Autokolonne vorbei. Hier herrscht absoluter Stillstand!

Die dazwischen befindlichen Polizeistreifen grüßt er lediglich. Die Erklärung hierfür: Sie hätten vor ihm Respekt, da er ihnen durch seine Stellung beim Militär überlegen ist. Ein Freibrief? Irgendwie so ähnlich … Einen Kilometer vorher heißt es jedoch Vollstop: Ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Mit einer herzlichen Umarmung verabschieden wir uns und spätestens jetzt wird mir umfassend bewusst, dass ich Mal wieder einen richtig guten Kerl getroffen habe. Tatsächlich hat er sich derartig Sorgen gemacht, dass er alle Eventualitäten ausschließen und mich direkt bei den Grenzposten abliefern wollte.

Mystische Morgenstimmung an der Heer-Straße: Aus dem Nichts türmen sich plötzlich steilaufragendende Felswände zur Linken und Rechten. Der Beginn einer atemberaubenden Schlucht, durch 5000m hohe Berge!

Am Schlagbaum zwischen den Gittern wedle ich selbstsicher mit dem Pass – doch der Grenzer zeigt sich relativ unbeeindruckt. Zu Fuß die Grenze passieren? Unmöglich. Ich verwickle ihn in ein Gespräch und erzähle ihm von großen Plänen … Zehn Minuten später sitze ich bereits in einem armenischen Wagen, den er für mich aufgetan hat.

Dann Zoll- und Passkontrolle: wir steigen aus und durchlaufen das Prozedere. Während der russische Grenzbeamte auf die Pässe der anderen lediglich flüchtige Augenblicke verschwendet, verharrt er über meinem minutenlang, tippt im Computer, blickt mir immer wieder lange ins Gesicht … Stimmt etwas nicht? Habe ich mich in diesem Land zu offen präsentiert, gibt es bereits Meldungen? Mir wird heiß und kalt … Irgendwann dann ein Erlösendes Klack. Der Ausreisestempel ist in meine Papiere geschlagen!

Wir fahren in die neutrale Zone zwischen den beiden Ländern und ich schlummere auf der Rückbank ein. Beim aufwachen: erneuter Stillstand.

Ich bedanke mich für den Lift und setze den Fußmarsch fort. Vor der georgischen Grenze soll ich deshalb nochmals einen ordentlichen Rüffel bekommen, doch dann ist es soweit: Zielsicher bewege ich mich zum georgischen Beamten, klopfe an die Tür und mache auf mich aufmerksam. Kurzerhand nimmt er sich meiner an – Fußgänger sind hier nicht alltäglich … Er verschwindet kurz mit den Papieren, um dann grinsend mit der Botschaft zurück zu kommen: Welcome to Georgia!

Ein armenischer Lada aus den 70gern gabelt mich auf: Auch hier kann ich auf der Rückbank die Augen kaum offenhalten. Als ich jedoch wenige Kilometer vor Gudauri vermeintlich einen Gleitschirm ausmachen kann, bin ich hellwach und nur wenige Minuten später stehe ich am Startplatz.

Auch hier: Die einheimischen Piloten heißen mich als Freund willkommen. Lasha erklärt mir, wie’s hier läuft und dass es später vielleicht noch ganz ordentlich fliegt: „Nice Dinner-Mix.“

Ich ignoriere das trübe Wetter, packe meine Sachen aus und lass die Locals den Poison bestaunen: Derartige Hightech-Waffen bekommt man hier offenbar eher selten zu sehen. Auch das Range X-Alps 2 zeigt sich aufsehenerregend …
Nachdem ich am Startplatz meine Geschichte losgeworden bin, hält man mich offenbar für verrückt: Der Typ ist bald 20 Stunden unterwegs, hat nicht geschlafen und will fliegen gehen … Ich nehme einen Schluck Wasser, lümmel am Boden und nicke erneut weg. Als ich aufwache, steht der Wind an: „Nice Dinner-Mix“😀😁😎 manche können sich halten. In Windeseile schäle ich mich in den Gurt, bringe die elegante Orchidee aus der Skywalkschmiede zum blühen und verliere den Boden unter den Füßen … tatsächlich geht’s nach oben. Was mit mühsamem Soaring beginnt, soll wenig später, trotz 8/8tel Bewölkung, im thermischen Anschluss enden und dann ziehts auch noch ordentlich durch … 3300 m. Klingt hoch, ist allerdings in Anbetracht der Erhebungen umliegender Berge eher als Mindestmaß dessen zu betrachten, was nötig ist, um überhaupt irgend etwas unternehmen zu können … Richtung Süden zeigt sich die Sonne, ich möchte meine Freunde treffen und fliege etwa eine Stunde gegen strammen Südwind, in Richtung Tiflis … Weit soll’s nicht gehen, aber immerhin: Nach all dem was war … eine Wohltat!

Landeplätze auf der Südseite um Gudauri: Jede Menge und eine andere Welt – verglichen mit dem Norden

Die Sachen sind gepackt, ich kontaktiere Freund Mikho in Tiflis, der mich zum nächstgelegenen Hotel lotst. Ich checke ein, organisiere noch einige kühle Getränke und schon Minuten später falle ich in komatösen Schlaf.

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